Schützenhaus Virnsberg
Ein Geweih, die Deiflsgeing und die Rauenzeller Vertragsaufbewahrung

Wenn man im Schützenhaus die Wände betrachtet, so fällt der erste Blick auf viele besondere Scheiben, meist gemalt von Thomas Hertlein. Zwischen drin sind Bilder von früher zu sehen und wenn man hier und do noch ein bisschen genauer hinsieht, dann wird auch die ein oder andere Kuriosität ausgestellt. Die größten Fragezeichen dürfte ein Geweih beim Betrachter auslösen. Auch wenn es mit zahlreichen abgebrochenen Kochlöffeln "geschmückt" ist und auf dem Geweih Zettel aufgespiest sind, müssen wir Kunstliebhaber an dieser Stelle enttäuschen enttäuschen, die aufgrund der einleitenden Zeilen hier auf eine moderne Kunstinszenierung gehofft haben.

Von der Gaudi, zur festen Routine, zum Vertrag


Als das Schützenhaus 2001 in Betrieb ging, wurden einige Wanddekoelemente aus der Schloßwirtschaft neu aufgehangen, beziehungsweise wiederentdeckt oder durch andere Dekoelemente ergänzt. Die Gewinnerscheibe, welche von Andreas Wattenbach in den 60er Jahren gestiftet und von Klaus Pollak gewonnen wurde, ziert ein Geweih. Diese Scheibe fand im Jahr 2013 einen neuen Platz an besagter Stelle.
Seit jeher klingt die Virnsberger Kerwa mit einem Frühschoppen im Schützenhaus aus. Fester musikalischer Bestandteil ist neben der Quetschn zu diesem Anlass auch die sogenannte "Deiflsgeing" (Teufelsgeige). Die dort montierte Trommel wird mit einem Kochlöffel durch die Kerwabuam gespielt. Aufgrund der hohen, musikalischen Beanspruchung ist die Haltbarkeit der Kochlöffel meist auch am Frühschoppen ausgereizt und sie zerbrechen. Früher wurden diese meist verschürt, jetzt werden diese Trophäen eben am Geweih - nicht ganz ohne Stolz - aufgehoben. Als bei einem Kerwafreitagswettkampf die Schützen des SV Rauenzell das Geweih betrachteten und sich die seltsame Art der Ausstellung erklären ließen, gaben sie doch prompt eine eigene Form der Geweihnutzung aus Rauenzell bekannt. Dort dient ein Geweih als "Vertrachhalter" (Vetraghalter). Am Stammtisch gemachte Zusagen werden in Rauenzell auf einem Zettel notiert und auf dem Geweih aufgespiest, somit geht keine Abmachung verloren.

Ob als Vetraghalter oder Kochlöffelfriedhof oder als Siegerscheibe in seiner ursprünglichen Form: Diese kuriose Wanddekoration gehört zum Schützenhaus einfach dazu und wird stets genutzt. Sogar ein zweites Geweih wurde schon installiert, sollte der Platz auf der "Nummer 1" zu knapp werden.

Webmaster      12.04.2020, 22:40 Uhr | Update: 12.04.2020, 22:04 Uhr
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