Anmerkung: Die Geschichtsschilderung stammt zum großen Teil aus der Festschrift zum Vereinsjubiläum im Jahr 1991. Sie ist deshalb, was vor allem die neuere Geschichte des Vereins betrifft, nicht mehr auf dem aktuellen Stand und wird in nächster Zeit aktualisiert werden.
Die Vergangenheit unseres Vereins konnte anhand schriftlicher unterlagen bis ins Jahr 1878 zurückverfolgt werden. In wieweit früher bereits derartige Zusammenschlüsse in Virnsberg existierten, ließ sich nichts mehr nachweisen, da die Unterlagen des Bezirksamts gemäß den Aufzeichnungen des Staatsarchivs Nürnberg vor 1846 zur Papiergewinnung eingestampft wurden.

Diese Auflistung wird im Nachgang des Jubiläumsfestes 2021 mit der neuesten Chronik ersetzt und mit Dokumenten und Bildern ergänzt werden.

6.3.1878

Neue Vorstandschaft gewählt

Dem königlichen Bezirksamt Ansbach wurde am 8. März 1878 die Vorstandswahl vom 6. März 1878 durch den Vereinsvorstand Beischl gemeldet. Demnach wurden am diesem Sonntag der königliche Aufschläger Beischl zum Vorstand, der Drechselmeister Braun zum Kassier, zum 1. Ausschussmitglied Lehrer Meyer und zum 2. Ausschussmitglied der Krämer Schwarz für die Schützengesellschaft Virnsberg bestimmt.

..1896

Gründung 1871: Der Fahnenbandbeweis

Über die weitere Vergangenheit des Schützenvereins Virnsberg vor 1951 liegen darüber hinaus nur noch mündliche Überlieferungen vor, die uns lediglich einen schmalen Pfad in die Jahre bis 1871 zurückverfolgen lassen. So weist uns ein Fahnenband, welches im Jahre 1896 zur 25-Jahr Feier dem Gesangsverein Flachslanden als Erinnerungsgeschenk übergeben wurde, die Gründung des Schützenvereins Virnsberg-Neustetten im Jahre 1871 nach. Wer damals für das Fest bestimmend im Verein war, kann allerdings nicht mehr festgestellt werden.

24.5.1899

Andreas Büchler neuer Vorstand

Am 24.05.1899 wendet sich der Zimmerstutzen Schützenverein Virnsberg an das Bezirksamt und meldet, dass mittels Stimmzettel an diesem Mittwoch Andreas Büchler zum Vorstand, Johann Schwarz zum Kassier und Lorenz Braun sowie Adam Hergottshöfer zu Ausschussmitgliedern bestellt wurden.

4.6.1899

Scharfschützenverein Virnsberg hat gewählt

Von einem weiteren Wahlgang liegt dem Staatsarchiv Nürnberg ein Schreiben vom 4 Juni 1899 vor, das ebenfalls an das königliche Bezirksamt gerichtet war. Mit dem Signum Schützengesellschaft Virnsberg gegr. 1871 wird in diesem Schreiben gemeldet, dass zum 1. und 2. Schützenmeister des Scharfschützenvereins Virnsberg mit Neustetten und Sondernohe Georg Braun und Georg Pfeiffer und als Ausschussmitglied Friedrich Schäff und Georg Kerzinger gewählt wurden.

1.11.1900

Virnsberger Zimmerstutzenverein hat neue Vorstandschaft

Bereits am 1. November 1900 wählte man im Zimmerstutzenschützenverein Virnsberg August Scheidl zum Vorstand, Christian Müller zum Kassier und Simon Guggenberger zum Ausschussmitglied.

30.6.1908

Preisschießen

Nicht nachvollzogen werden kann, warum vermutlich im Juni 1908 der Zimmerstutzenverein Virnsberg gegründet, mit einem Preisschießen am 30.6.1908 in der Schlosswirtschaft der Anlass begangen und ebenfalls an das Bezirksamt berichtet wurde.

2.8.1908

Bitte um Anerkennung des Vereins

So erbittet Vorstand Schlehuber mit Schreiben vom 2. August 1908 vom Bezirksamt die Anerkennung des Vereins und die Genehmigung seiner Satzung. Bürgermeister Krämer wurde von Ansbach aus angewiesen, den Besitzer der Schlosswirtschaft (nicht identisch mit dem heutigen gleichnamigen Gebäude, da sich die hier benannte tatsächlich im Schloss befand), Bernhard Anton Hertlein darauf hinzuweisen, dass die Ausübung von Schießübungen in seinem Saale bis zur Auflagenerfüllung zur Vermeidung der Strafeinschreitung nicht erlaubt ist. Daraufhin brachten die Schützen am Schützenstand eine 30 mm starke Bretterblende gegen den Saalgang an und grenzten die Schießbahn mit einem 1,5 cm starken Seil gegenüber der restlichen Saalfläche ab. Da das Preisschießen jedoch von der Standgenehmigung am Dienstag 30.06.1908 durchgeführt wurde, hatte sich die Gendarmeriestation Flachslanden mit dem Vorfall zu befassen. Der Vorstand, Lehrer Schlehuber, erklärte die Unstimmigkeit damit, dass das Preisschießen zunächst im Schlosskeller geplant, jedoch wegen ungünstiger Witterung in einem gänzlich abgeschlossenen Raume des Schlosses abgehalten werden musste. Dieser Raum lag nun neben der bereits genehmigten Schießstätte, hatte nur einen Eingang und durfte nur von den Schützen betreten werden. Er entschuldigte sich mit dem Hinweis nur aus praktischen Gründen das Schießen in den genannten Räumen abgehalten zu haben und sich nicht bewusst gewesen zu sein, dass hierzu eine bezirksamtliche Genehmigung erforderlich gewesen wäre.

..1933

Vor der NS-Zeit

Die Gründung kurz nach der Jahrhundertwende dürfte auch der letzte bekannte 1. Schützenmeister vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten im Jahre 1933, Georg Merkel musste die Auflassung des Vereins und die Beschlagnahmung der Vermögens-und Sachwerte dulden. Bei dieser Maßnahme soll ein Füllhorn, welches bei Umzügen den Durst der Schützen stillte, und auch ein Vereinskarabiner, ein Gewehr der Art wie es zum Militärdienst Verwendung fand, beschlagnahmt worden und verschwunden sein. Die Schützenvereinsmitglieder kamen damals auch aus Neustetten und Sondernohe. Die schießsportliche Betätigung nach außen bestand hauptsächlich in Freundschaftsschießen mit benachbarten Vereinen unter Verwendung von kleinkalibrigen Waffen sowie Zimmerstutzen.

..1951

Wiedergründung

1951 gründete man schließlich nach Beruhigung der politischen Lage in der Schlosswirtschaft, also außerhalb des Schlosses, den Verein erneut. Als einer der Gründungsväter kann unser Schützenbruder Klaus Pollak aus dieser Zeit noch einiges erzählen.
Beim Schützenverein Virnsberg wurden 1951 15 Mitglieder gezählt.

..1966

Fahnenweihe und Jubiläum

1966 waren noch zwei Gründungsmitglieder des Jahres 1908 am Leben, die vor 25 Jahren (aus der Perspektive 1991) die Fahnenweihe des SV Virnsberg 1908 mit feierten. Es handelte sich dabei um den damals 85-jährigen Franz Schwarz und den 83-jährigen Veit Braun.
1966 zur Fahnenweihe waren 35 Aktive zu verzeichnen.

..1991

Die Situation im Jubiläumsjahr 1991

Damals wie heute wird auf den mittlerweile 12 Zugständen im neuen Schützenhaus mit Luftgewehr und Luftpistolen des Kalibers 4,5 mm im Saal geschossen, Anlässe stellten die Übungsabende, die Rundenwettkämpfe, Sau- und Königsschießen, Kirchweihschießen vereinsinterne Wettschießen dar. Im Jubeljahr 1991 sind 66 Frauen und Männer in den Mitgliederlisten nachzulesen.
An Vermögenswerten steht dem Verein derzeit das Gelände in der Renngass' zur Verfügung.

Geschichte

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