Bayerische Meisterschaft Sommerbiathlon 2019
Doppelsilber für Dominik Mages rettet auf dem Papier den Tag des "Schießstandfiaskos"
Webmaster, 27.07.2019, 22:41 Uhr | Update: 29.07.2019, 20:30 Uhr

Ergebnisse Sprint LG
Ergebnisse Sprint KK

Dem Tag voller Sonne und Gold folgte nicht nur wettertechnisch eine Abkühlung mit Regen und vielen Wolken mit nur vereinzelten Lichtblicken. Um eines vorne weg klar zu stellen: Doppelsilber als "Regenwetter" oder gar Misserfolg darzustellen ist keines Falls Absicht des Berichts, im Gegenteil, der SV Virnsberg gratuliert Dominik Mages zu seiner Erweiterung der persönlichen Medaillensammlung. Aber es sei eben auch das nicht ganz so Zufriedenstellende erwähnt.

Schwarz und weiß, null und fünf


Ein Sprinterfolg wäre für Nico Ehrmann wahrscheinlich mindestens so viel wert gewesen wie das Staffelgold, zumal diese Medaille seit 2016 nach einem Comeback verlangt. Nach dem die ersten Meter auf der Strecke mit gewohnter Souveränität gelaufen waren und der Schießstand mit einem schulbuchreifen Liegendschießn und fünf Treffern erfolgreich verlassen wurde, war ein Podestplatz eigentlich so gut wie eingeplant. Der Vorsprung von 20 Sekunden auf den Zweiten verdeutlicht hier die Stellung von Nico Ehrmann. Doch das sprichwörtliche schwarzweiß Bild zeigte sich dann im Stehendschießen ganz konkret an den schwarzen und weißen Klappscheiben. Unglaubliche fünf Mal verfehlten die Diabolos von Nico die Stehendscheiben und in der Folge standen 350 Extrameter an. Nicht nur Nico selbst hatte am Schießstand die passenden Aussprüche parat. Dieses Schießergebnis wirkte sich auch auf die Restmotivation aus, so dass Nico das Rennen austrabte - das war möglicherweise ein Fehler, denn etwas mehr als 30 Sekunden fehlten auf Bronze, eine Zeit die Nico gut und gerne reinlaufen hätte können. So bleibt Rang 6 und die Hoffnung, den Titel im Massenstart verteidigen zu können. Das Potential ist auf jeden Fall da.

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Kein Geschenk zum Ehrentag


Das Glückskind des Tages war Marina Strauß. Nicht etwas, weil sie sportlich einen besonderen Vorteil auf ihrer Seite hatte, sondern da sich das Geburtstagskind im Vorfeld an den Glückwünschen ihrer Mannschafts- und Vereinskameraden erfreuen konnte. Zurück auf sportlicher Ebene fällt die Bilanz relativ eindeutig aus. Läuferisch kam Marina bei den Damen gut durch, aber die sechs Schießfehler, jeweils drei in jeder Anschlagsart, sorgten für die meisten Strafrunden in der Damenklasse 1. Auf die neue Bayerische Meisterin fehlten 3:34.9 Minuten, aber die Sportlerinnen vor der Virnsbergerin lagen im Schlagdistanz. Bemerkenswert ist vor allem, dass die meisten Mitkonkurrentinnen meistens mit keinem Fehler durchkamen. Somit kann man den 8. Platz deutlich relativieren und dem Geburtstagskind allen Respekt aussprechen, dass sie sich an ihrem Ehrentag dem Wettkampf stellte.

Gold verschossen


Die Ansprüche bei Dominik Mages sind einfach zu formulieren: Laufen was geht und am Schießstand die Erfahrung als Sportschütze ausspielen. Ersteres gelang wie immer wie am Schnürchen. Doch bereits der erste Stop beim Liegendschießen offenbarte wieder einen dieser Tage, der so nicht geplant war. Ganze drei Mal blieb die schwarze Scheibe in Verbindung mit einer Strafrunde stehen, die Konkurrenz war im gesamten Feld besser als der Virnsberger Medaillensammler beim ersten Schießen. Diese Bürde im Gepäck verlangte ein fehlerfreies Stehendschießen, um noch vorne eingreifen zu können. Aber auch im Stehendschießen blieb eine Scheibe stehen, so dass hier wiederum die Pflicht einer Strafrunde oben drauf kam. Mit einer Toplatzierung rechnete zu diesem Zeitpunkt keiner der Virnsberger Anhänger mehr. Als Dominik die Ziellinie querte, wurde der 2. Platz verkündet, der bis zum Schluss hielt. Der Vorsprung der Spitze betrut 34.5 Seknden auf den Virnsberger.

Zufrieden mit den Top Ten


Klappt am Schießstand alles wie am Schnürchen, oder vergleichsweise wie im Training, so wäre eine Überraschung für Sebastian Ernst immer drin. Der unbeliebte Sprint - "Man hat hier nahezu keinerlei Orientierung." - ist nicht die Sebis Lieblingsdiszplin, aber an der Motivation mangelte es dennoch nicht. Der eine Fehler im Liegendschießen war von dem her kein schlechter Auftakt. Im Feld konnte sich Sebi läuferisch weiterhin behaupten, ehe das Stehendschießen für eine Vorentscheidung sorgte. Wie auch bei den anderen Virnsberger Sommerbiathleten, war auch hier der Wurm drin. Dreimal verfehlten die Schüsse die Klappscheiben und so schoben sich einige Zeitfenster zwischen Sebi und die Spitze. Solche Schießergebnisse tauchen, und das sei kein einfacher Spruch, so eigentlich nie in einem Trainingsbuch bei Sebastian Ernst auf. Er hatte das Gefühl, dass "es für die vorderen zehn nicht reichen würde". Im Ziel reihte sich der Virnsberger in die Teamdiskussion ein und haderte ebenso mit der Performance am Schießstand. Erstaunt war er dennoch, als er sich auf Rang 9 im erhofften "10er Feld" wiederfand - etwas mehr als zwei Minuten hinter der Spitze, also in echter Schlagdistanz.

Doppelsilber mit Einzellader


Wie muss sich die Konkurrenz im KK-Bereich fühlen, wenn ein Dominik Mages mit einem Einzellader antritt, massive Zeit beim Schießen gewehrbedingt verliert, zusätzlich noch massig Fehlschüsse und Strafrunden kassiert und am Ende als Zweiter über die Ziellinie marschiert? Das Gefühl dürfte auf jeden Fall eine Mischung aus Kopfschütteln und Ver- beziehungsweise Bewunderung sein. Allein beim Liegendschießen schoss Domi vier Mal auf das weiße Blech daneben, anstatt auf die schwarzen Scheiben. Ausgerechnet im Stehendschießen war er mit zwei Fehlern wieder einigermaßen im Soll. Nach den vier Kilometern zum Laufen fehlten auf die Spitze 24.1 Sekunden auf Thomas Bscheidl. Der neue Bayerische Meister musste sogar acht Mal kreiseln, schoss aber mit einem Mehrlader.

 
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