Bayerische Meisterschaft Sommerbiathlon 2019
Massenstart im Griff: Gold und Silber für Dominik Mages - fast alle Virnsberger bei der DM
Webmaster, 28.07.2019, 23:55 Uhr | Update: 04.08.2019, 21:45 Uhr

Ergebnisse Massenstart LG
Ergebnisse Massenstart KK

Nach dem in Teilen entäuschenden Sprint-Wettkampf am Sonntag, erhoffen sich die vier Virnsberger Starter noch einmal eine Chance beim abschließenden Sonntag. Die Wetterprognose stimmte die Sportler und Zuschauer ab dem Nachmittag auf Gewitter ein, diese sollten sich aber nicht bewahrheiten. Wahr wurden hingegen die enormen Starterzahlen, welche dem neuen Qualifikationsmodus zur Deutschen Meisterschaft geschuldet sind. Hierbei ist ein Start im Massenstart nur mit einer entsprechenden Quali auf Landesebene möglich. Dies soll das sportliche Niveau bei der nationalen Meisterschaft schärfen. Dem größten Landesverband Bayern entstehen damit aber Megawettkämpfe, die in Deutschland ihres Gleichen suchen. Über 230 Starts im Kleinkaliber und Luftgewehr wollten am Sonntag abgefertigt werden, so dass auch einmal ein Ende gegen 19 Uhr im Raume stand, dem Orga-Team gelang aber ein Abschluss schon um 16:30 Uhr - Respekt dafür!
Aus rein sportlicher Sicht glich der Sonntag in Teilen dem Samstag. Erfolgreichster Abschneider war auch hier wieder Dominik Mages, der seine vierte und fünfte Medaille um den Hals gehangen bekam.

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Satz mit x


Nach der Enttäuschung im Sprint war die Titelverteidigung im Massenstart das erklärte Ziel von Nico Ehrmann. Dass am Ende "nur" ein 6. Platz in der Siegerliste vor Nicos Namen stand, war so nicht geplant. Dabei ergab sich in der ersten Runde das klassische Bild: Nico läuft dem Feld vorne weg, bleibt in diesem Jahr aber im Tempo verhaltener. Ob dieser Taktikfehler ausschlaggebend war - man weiß es nicht. Nach dem ersten Schießen verabschiedete sich der Bayerische Meister des Vorjahres mit drei Runden in die Strafrunde und von der Spitze. Zwar konnte er wieder Sekunden gut machen, aber auch das zweite Liegendschießen war mit zwei Fehlern alles andere als ideal, zumal die Spitze nahezu mit maximal einem Fehler weiter die Meter abspulen konnte. Das erste Stehendschießen, bei dem niemand im Feld fehlerlos blieb, konnte Nico mit einem Fehlschuss relativ gut lösen und etwas Hoffnung keimte auf. Beim ersten Bergablauf nach der Strafrunde machte sich dann ein Grampf im rechten Oberschenkel bemerkbar, der ordentlich an Spritzigkeit kostete. Der Motivationskiller schlecht hin trug sich in der Folge mit vier Fehlern beim letzten Stehendschießen zu. Spätestens jetzt war die Messe gelesen und es galt nur noch das Prinzip der Schadensbegrenzung, sprich den Abstand zum neuen Meister Simon Meigen nicht zu groß werden zu lassen, nicht dass die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft noch in Gefahr geraten würde. Trotz Grampf im Oberschenkel biss Nico auf der Abschlussrunde noch einmal die Zähne zusammen und konnte einige Mitläufer noch abhängen. Zu Gute kam ihm sicherlich auch die Anfeuerung der Virnsberger Fans in den gefürchteten Kamelhügeln. Der Rückstand von 2:32.8 Minuten bei sechs Strafrunden (ungefähr 420 Meter) mehr im Vergleich zur neuen Nummer 1 zeugt vom möglichen verpassten Titelkampf.

Beste Virnsberger Schützin braucht sich nicht verstecken


Ausgerechnet Marina Strauß, arbeitsbedingt im Vergleich zu den anderen Virnsbergern weniger oft am Trainingsschießstand zu finden, lieferte beim Massenstart die beste Einzelschießleistung des Team Virnsberg ab. Wer darauf gewettet hätte, wäre sicherlich auch um ein paar Euro reicher geworden. Bei aufkommenden Wind meisterte Marina mit konstantem Tempo die fünf Kilometer im Massenstart. Das zweimalige Liegendschießen mit jeweils einer Extrarunde im Strafrundenbereich war voll im Soll und erlaubte ein stetiges Rennen.
Im Stehendanschlag stand sie sogar mit der direkten Konkurrentin um Platz 4 Steffi Eisenhauer (SG Hubertus im TSV Grombühl) im Duell. Die Würzburgerin konnte mit einem zweimaligen fehlerfreien Schießen die Virnsbergerin auf Distanz halten, da half es auch nichts, dass Marina mit einem und mit einem fehlerfreien Schießen konterte. 11 Sekunden Rückstand trennten beide Sportlerinnen nach der Ziellinie. "Ich war platt, da hätte ich nichts mehr aufholen können.", so die Aussage von Marina nach dem Rennen, als sie auf eine Aufholjagd angesprochen wurde. Der 5. Platz mit einem Rückstand innerhalb der Rückstandsnorm erlaubt zumindest einen erneuten Start bei der Deutschen Meisterschaft - die erste Quali seit 2014 für Marina.

Souverän und ungefährdet: Gold für Dominik Mages


Lange Laufstrecke, vier Mal schießen und ein schnelles Feld. Das ist ganz nach dem Geschmack von Dominik "Magic" Mages. Als ältester Starter im Feld, mit 39 Jahren schon fast ein Oldie und das vorletzte Mal bei den Jungen dabei, zeigte er den Jungs noch einmal wo der Hammer hängt. Fast möchte man sagen, er ließ ihnen erst einmal eine Chance, das Rennen spannend zu gestalten, denn zwei Randtreffer beim Liegendschießen ließen Dominik erst einmal zurück fallen. Die Korrektur am Diopter über Zuruf an der Strecke machte sich dann gleich im nächsten Liegendanschlag bemerkbar, denn dort fanden alle Schüsse ins Ziel und das war auch schon der Punkt, an dem die Chance für das Feld endete. Fortan war es wieder der Favorit, der das Tempo bestimmte. Die Verfolgergruppe minimierte sich auf Thomas Haslinger (Vorwaldschützen Renholding) mit dem Dominik am Schießstand fast parallel schoss. Beide Läufer waren mit 1/0 in den abschließenden Stehendschießen gleich auf, doch der läuferische Vorteil lag deutlich beim Virnsberger. 44.9 Sekunden trennten den zweiten Platz und den Bayerischen Meister Dominik Mages, der auch auf nationaler Ebene wieder um den Titel mitreden möchte. Der "Oldie" Mages lieferte die beste Laufzeit des Tages ab. Mit Grüßen nach Hausen endet der Absatz an dieser Stelle ohne Superlative, man muss es einfach auch mal so stehen lassen.

Abermals Topten für Sebi


Das abermals erklärte Ziel von Sebastian Ernst war eine Platzierung unter den ersten zehn Läufern im Feld. Dies, das darf vorne weg genommen werden, gelang Sebi mir Bravur, nämlich mit einer Punktlandung. Nach einem durchwachsenem Anschießen setzte sich die Streuung im Liegendschießen zwar nicht fort, dennoch schlugen drei Projektile knapp über dem Ziel ein. Die folgenden Strafrunden kosteten gleich zu Beginn des Rennens ein paar Motivationspunkte. Drei Rasten drehte Sebi auf Empfehlung von Trainer Robert Strauß und verbesserte sich im zweiten Schießen auf nur einen Fehler. Läuferisch war Sebi wie immer konstant und konnte auch in den Kamelhügeln das Tempo halten. Hilfreich waren an dieser Stelle auch die Wasserträger aus den Reihen der Virnsberger Fans. Eine Nullereinlage am Schießstand blieb Sebi an diesem Tag verwährt, beide Stehendeinlagen kamen in der Summe auf drei Schießfehler. Das ist kein wirklich schlechtes Ergebnis, angesichts der technischen Möglichkeiten aber auch kein Grund zum Jubeln. Die Strafrunden kosteten nochmals mindestens zwei Plätze, dennoch war Zufriedenheit bei Sebastian Ernst im Ziel vorhanden. "Die Fehlschüsse kann ich mir nicht erklären. Die hätten fallen müssen.", so sein Kommentar zum Stehendschießen.

Abermals mit Silber belohnt


Manchen reicht der Massenstart in einer Disziplin, für Dominik Mages bestand kein zweifel auch mit dem Kleinkaliber diese Disziplin zu bestreiten. Das angekündigte Regenwetter zog auch pünktlich zum Rennen über das Hohenzollern Skistadion herein. Im Herrenfeld der bayerischen Läufer war einzig der spätere Bayerische Meister Florian Schmid (Vorwaldschützen Renholding) mit zahlreichen Nullern am Schießstand, alle anderen buchten eine Strafrunde nach der anderen. So entschied sich das Rennen weniger beim Schießen, denn mehr auf der Strecke. Auch dieser Umstand erklärt, warum Dominik am Ende auf Rang zwei zu finden war, denn das Schießen mit dem Einzellader kostete unverhältnismäßig viel Zeit. Zum Glück konnte er dies mit einem konstanten Schießen, vier Einlagen jeweils zwei Strafrunden, ausgleichen. Bei strömenden Regen und immer tieferen Spuren im Crossbereich der Laufstrecke konnte Dominik die fünfte Medaille des Wochenendes einholen, die insgesamte dritte Silbermedaille dieser Wettkämpfe.

 
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