Bayerische Meisterschaft Sommerbiathlon 2019
Sieg in der Staffel: Die drei goldenen Virnsberger Jungs erstmals Bayerns Spitze
Webmaster, 27.07.2019, 01:27 Uhr | Update: 29.07.2019, 10:45 Uhr

Ergebnisse Staffel

Denkt man an die Anfänge und Versuche der Virnsberger bei der Bayerischen Meisterschaft die Verbandskollegen auch nur im Entferntesten zu beeindrucken, so huscht noch immer ein Lächeln über die Lippen. Am 26. Juli 2019 war dann das Lächeln verschwunden und ein freundiges Grinsen war in den Gesichtern der Virnsberger Staffel und der mitgereisten Fans deutlich zu erkennen: Das erste Virnsberger Staffelgold bei Bayerischen Meisterschaften ist gerade erst wenige Sekunden alt geworden. Sportlich zu verdanken war es dem Trio Sebastian Ernst, Nico Ehrmann und Dominik Mages, die gute vier Sekunden zwischen sich und dem 2. Platz bringen konnten.

Der Favorit war erst einmal defavorisiert


Mit einem Chaos erster Sahne musste die Startläufer der Herrenstaffel kämpfen. Das Meisterschaftswochenende hatte gerade erst angefangen, da war organisatortisch der Wurm drin, so dass sich der Start erst von 14:30 Uhr auf 15 Uhr, dannn auf 15:10 Uhr und final auf 15:40 Uhr verschob - bei offiziell gemessenen 34 Grad Celcius keine leichte Aufgabe sich beim Aufwärmen richtig zu fokussieren.
Als dann endlich der Startschuss für die Herrenstaffel durchs weite Rund erklang, war die wilde Jagd der Prestigedisziplin eröffnet. Für den SV Virnsberg schlüpfte Sebastian Ernst in die Rolle des Anläufers und war bereits nach dem ersten Anstieg mehr oder weniger unfreiwillig in die Rolle des Führenden gegangen. Diese konnte er auch am Schießstand noch behaupten und nahm Stand 1 ein. Trotz eines hervorragenden Anschießen - das hatten gleich vorweg gesproche alle drei Virnsberger - musste Sebi zu den ersten Nachladern greifen und fiel im Feld auf Rang vier zurück. Die Spitze machte sich mit gut 30 Sekunden Vorsprung erst einmal davon. Das beeindruckte den läuferisch sehr gut aufgelegten Ernst wenig und er lief im hohen Tempo hinter her. Im Stehendanschlag musste ein weiterer Nachlader eine stehen gelassene Scheibe korrigieren, das ist aber immer noch in Ordnung. Den Virnsbergern war bereits im Vorfeld von einigen die Favoritenrolle angedichtet worden, danach sah es aber zu diesem Zeitpunkt nicht aus, trennten die Spitze und die Virnsberger Staffel kurz vor Ende von Sebi Durchgang gute 40 Sekunden. Wer hätte ahnen können, das Johannes Brunner von den Altbachschützen Hausen auch mit der zweitschnellsten Zeit des Wettkampfes anlief und die Hausener noch einen spannenden Fight zu bieten hätten.

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Solides Schießen und Nicos leichter Laufstil als Basis


Solide und zufrieden ("Mehr ging heute nicht.") übergab Sebi an Mannschaftskameraden Nico Ehrmann, dessen leichter Laufstil beinahe vergessen lies, dass die äußeren Bedingungen aufgrund der Hitze sehr hart waren. Schnell schloss Nico die Lücke auf drei und übernahm die Bronzeposition. Das erste Liegendschießen ging mit einem Nachlader gut von der Hand und so machte Nico Sekunde um Sekunde nach vorne gut. Nasse Schwämme, zugereicht von den Virnsberger Fans, machten es auch für Nico erträglich in der prallen Sonne zu laufen. Beim Stehendanschlag machte sich eindeutig der zuletzt gelegte Fokus auf den Target Sprint bemerkbar. Solide, ohne Hektik, technisch gut und trotz Fehlschuss souverän im Nachladen - die einstige Wackeldisziplin ist kein Angstgegner mehr und so war der Weg frei für Rang 2, den der Virnsberger nun einnahm und auch mit in die Wechselzone nehmen konnte.
Fast leichtfüßig verkürzte Nico den Abstand auf die Position 1, die zu diesem Zeitpunkt die Hausener mit Stefan Schmaus inne hatten. "Schmausi" legte sich wacker ins Zeug und bot ordentlich Gegenwehr, ehe er auf Schlussläufer Hans Wurmer abklatschte.

Der Transrapid in unvergleichlicher Art


Wer, wenn nicht Dominik Mages hätte den Abschlussläufer auf Virnsberger Seite machen sollen. Ein zweiter Platz schien zu diesem Zeitpunkt so gut wie sicher und Hausen marschierte mit bis zu 35 Sekunden Vorsprung immer noch vor den Virnsbergern. Hinzu kam, dass Hans Wurmer in seiner erschreckend schnellen und einzigartigen Schießvariante beim Liegendschießen in weniger als sieben Sekunden alles abräumte. Da konnte Dominik Mages auf Stand 1 nicht mithalten und musste im Augenwinkel den Konkurrenten ziehen lassen, zumal noch ein Nachlader auf Virnsberger Seite absolviert werden musste. Dieser fand aber den Weg ins Ziel. Folglich machte sich aber ein schmelzender Zeitvorsprung der Führenden bemerkbar. Sekunde um Sekunde machte der "fränkische Transrapid" - so getauft eben vom Hausener Stefan Schmaus - auf Wurmer gut. Das finale Stehendschießen zog die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich. Wurmer legte das Magazin ein und schon donnerte eine Salve in Richtung Klappscheiben, die aber nur drei Scheiben traf. Zwei Scheiben mussten mit drei Nachladern getroffen werden. Zeitgleich repetierte auch Domi "Magic" Mages zum Schießen und wartete einen kurzen Windstoß ab. Die Schüsse trafen in der Folge vier von fünf Scheiben und schon schien die Entscheidung gefallen zu sein, denn am Nebenstand verabschiedete sich Hans Wurmer für eine Strafrunde vom Schießstand. Doch Dominik Mages konnte die Chance nicht nutzen und setzte gleich einen Nachlader ans Metall. Erst mit etwas Verzug fand die nächste Zusatzpatrone den Weg ins Ziel. Als der Virnsberger dann noch Probleme hatte, die Magazine wieder schnell ans Gewehr zu bekommen, jubelten schon einige dem Hausener zu, der die Strafrunde verlies und schon etwas Meisterschaftsluft schnuppern konnte. Schnellen Fußes und in unvergleichlicher Art nahm "Magic" die Verfolgung auf, überpacte am ersten Anstieg nicht, nahm beim Bergab ordentlich Schwung mit und verkürzte auf 10 Sekunden vor dem langen Abstieg. Und dort war für alle klar zu erkennen, dass die Technik von Mages einfach eine Klasse für sich ist. Meter um Meter wurde der Abstand kleiner, ehe just der letzte Anstieg auf höhe der Virnsberger Fans für die Entscheidung reichte und Dominik zum Überholen ansetzte. Mit gerade einmal 4.6 Sekunden Vorsprung kam die Virnsberg-Staffel ins Ziel und darf sich ab jetzt offiziell "Bayerischer Meister" nennen.

Für Trainer Robert Strauß war die Sache klar, denn das Anschießen verriet schon gut aufgelegte Schießformen und somit war das Glück eben diesmal auch auf der Virnsberger Seite, weswegen der Sieg nicht unverdient und auch ein bisschen erhofft kam.

 
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