Schießsportnews aus dem Schützengau Ansbach
Weltklasse Bundesligawettkampf des SV Petersaurach: Stechen bei 399:399 und weitere Topergebnisse

Die Bundesligaschützen des SV Petersaurach befinden sich mitten in der aktuellen Saison und versuchen mit aller Kraft das vorrangige Saisonziel "Klassenerhalt" unter Dach und Fach zu bekommen. Da mögen manche sagen, dass der Deutsche Vizemeister von 2012 ganz schön tief stapelt in seinen Ambitionen, dennoch weiß jeder, dass in einer Bundesligasaison vieles möglich ist und der Klassenerhalt daher kein Spaziergang für das junge Petersauracher Team ist, das auch in der neuen Saison mit erfahrenen Kräften die jugendliche Frische ergänzt.
Der 3. Wettkampftag führte das sportiche Aushängeschild des Schützengaus Ansbach nach Herbertshausen, wo der SV Germania Prittlbach Ausrichter des Wettkampfes in der dortigen Sporthalle war. Auf dem Wettkampfprogramm stand ein wahrhaftiges Schmankerl für alle Schießsportfans. Das Duell Mittelfranken gegen Oberfranken stand mit dem SV Petersaurach gegen SG Coburg auf dem Plan. Der amtierende Vizemeister traf auf den zweifachen Deutschen Meister der Jahre 2008 und 2009 sowie den Vizemeister des Jahres 2011. Seit geraumer Zeit ist die SG Coburg immmer unter den Topfavoriten auf die Meisterschaft zu finden, nicht zuletzt der mit hochkarätigen Schützen von internationalem Format gespickte Kader erlaubt es den Coburgern, meist die Tabelle vom oberen Drittel aus zu begutachten.
Doch der SV Petersaurach ging ohne viel Angst oder zu viel Respekt in den Wettkampf und was sich dann anbahnte, war "Der geilste Wettkampf ever!" (Sebastian Hahn) und ein "Wahnsinnig guter Wettkampf!" (Maren Prediger).

Zweimal die 9 auf 80 Schuss: Stechen um alles mit 399 Ringen


Auf Position 1 lag der olympische Gedanke in der Luft. Aber auf keinen Fall hatten die beiden Schützen Nicco Campriani und Stephanie Obermoser das Motto "dabei sein ist alles" im Sinn. Beide Schützen waren im Jahr 2012 in London bei den Olympischen Spielen dabei, wo der Coburger Nicco Campriani seinen Luftgewehrauftritt gar mit einer Silbermedaille krönte. Beide Weltklasseschützen feuerten ein Feuerwerk an 10ern ab. In einer hochklassigen Partie, in der sich Campriani bei seinem ersten Saisoneinsatz nur eine 9 auf den ersten 10 Schuss leistete, konterte die Östereicherin Obermoser im Petersauracher Dress mit ebenfalls sagenhaften 399 Ringen. Der einzige 9er von Stephie fiel in der zweiten Serie. Vorne weg gegriffen darf an dieser Stelle der Ausgang der anderen vier Duelle. Mit einem 2:2 lag es also an diesen beiden Schützen mit jeweils 399 Ringen nicht nur das hochklassige Duell im Stechen zu entscheiden, sondern gleich den ganzen Wettkampf. Der Olympiazweite schoss die zweite Wertungsneun des Tages mit einer 9,4. Mit voller Frauenpower setzte Stephanie Obermoser mit einer 10,7 ihren 40. Wertungszehner an diesem Abend und triumphierte letztendlich in einer unvergessenen Partie.
Ein großes Kompliment muss man diesen beiden Schützen machen, genau das macht die Bundesliga im Sportschießen so dramatisch. Nach drei Einsätzen liegt der Ringedurchschnitt von Stephanie Obermoser nun bei 397,33 Ringen. Alle drei Duelle konnte sie für sich entscheiden, wobei sie zweimal als Sieger aus einem Stechen hervor ging.

Tina Grünwedel lebt sich ohne Probleme in die erste Bundesligasaison ein


Doch nicht nur auf Position 1 schoss der SV Petersaurach an diesem Abend weltklasse. Miriam Markart konnte mit 394 Ringen ebenfalls ein Topresultat erzielen. Ihr Gegner, Nationalkaderschütze Henri Junghänel setzte ihr aber 396 Ringe entgegen, so dass hier der Punkt an die SG Coburg ging.
Genau umgedreht ging das Frauenduell auf Position 3 aus. Auf Coburger Seite war die erfahrene Sabrina Bär im Einsatz. Die mehrfache Deutsche Meisterin aus Oberfranken servierte der Petersauracherin Tina Grünwedel 394 Ringe. Die 19-jährige Tina schießt die erste Saison im Kader des SV Petersaurach. Den Umstieg von der Mittelfrankenliga in die höchste Deutsche Liga scheint ihr nichts in Ansätzen auszumachen. Ganz souverän schoss sie ihr 40-Schussprogramm und konnte sich am Ende über das Topresultat von 396 Ringen freuen. Der Punkt im Duell 3 ging somit an die junge Petersauracherin, der zugleich der zweite aus drei Wettkämpfen war.

Das Feuerwerk der Hammerergebnisse ging auf Position 4 weiter. Das einzige Männerduell wurde zwischen Matthias Bauer auf Petersauracher Seite und dem Coburger Urgestein Jürgen Wallowsky ausgetragen. Matthias, der die zweite Saison für den SVP auf Punktejagd geht, hatte einen wahrhaft alteingesessen Hasen als sein Gegenüber. Wallowsky, der schon länger schießt als sein Gegner überhaupt alt ist, zeigte mit 396 Ringen seine ganze Routine und konnte am Ende auch seinen Einzelpunkt mit dem Ergebnis feiern, denn Matthias Bauer kam auf 392 Ringe und musste sich relativ deutlich geschlagen geben. Doch das eigene Ergebnis und das Topergebnis des Coburgers lassen die Trauer von Matthias bestimmt in Grenzen halten.

Das Duell Nummer 5 verdiente diese Nummerierung beim besten Willen nicht in diesem Wettkampf. Der Schlagabtausch zwischen dem Petersauracher Nicolas Schallenberger und der 19-jährigen Nina Laura-Kreutzer war wiederum an Spannung nicht zu überbieten. Die beiden Nationalkaderschützen bewiesen beide ihre Klasse und Nervenstärke. 395 Ringe konnte Nina erzielen und bei Nico waren vor allem die letzten 20 Schuss eine echte Show. Mit 98,98 startete er in der ersten Hälfte. Fehlerfrei, das heißt ohne eine 9, brachte er seinen Wettkampf mit zwei 100er Serien zu Ende und konnte dieses Wahnsinnsduell mit 396:395 Ringen nach Hause schaukeln.


Ergebnisse des 3. RWK Bundesliga (Homepage DSB)

Unfassbare Leistungen und große Vorfreude auf den Petersauracher Heimkampf


Unfassbar auch die Mannschaftsergebnisse. Hier lag das Coburger Team mit 1980:1977 Ringen leicht vorne, musste sich aber nach Einzelpunkten mit 3:2 geschlagen geben. Die Petersauracher schlugen dem Favoriten ein Schnippchen, wobei bei diesen Leistungen wohl eine Punkteteilung, die es aber im Bundesligamodus nicht gibt, am fairsten gewesen wäre. Petersaurach hat jetzt in der Tabelle mit dem 5. Platz ein relativ großes Polster zu den Abstiegsrängen und die Plätze, die zum Bundesligafinale qualifizieren sind auch in Reichweite.
Für alle Amateurschützen dürften diese Ergebnisse noch ungreifbarer sein, rechnet man die hohe nervliche Belastung noch mit ein, die im Duellmodus herrschen. Gerade einmal 20 liegen gelassene Ringe auf 200 Schuss, da freut sich manch Amateur schon über 20 liegen gelassene Ringe nach 10 Schuss.
Diese Leistungen machen mehr als nur ein bisschen Lust auf den Petersauracher Heimkampf am 14./15. Dezember.

Christoph Strauß      24.11.2013, 19:21 Uhr | Update: 02.03.2020, 14:03 Uhr      Archiviert am 05.07.2014
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