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Eine Sportleitersitzung mit zwei Veranstaltungsorten: Nur eine Stimme aus den eigenen Reihen für Virnsberger Antrag zur Einführung eines Straffaktors beim Vorschießen

Eine Sportleitersitzung der besonderen Art rief die Gausportleitung zuerst bei der SG Sachsen zusammen. Nachdem der hauseigene Abbruchslärm zu laut wurde, zog der Tross kurzer Hand nach Alberndorf ins Schützenhaus um.

Die Sportleiter der Vereine vor Ort und die der online zugeschalteten Vereine erhielten Berichte der Sportleitung. Insbesondere scheint sich der Bayerische Sportschützenbund (BSSB) mittelfristig für die Einführung einer einheitlichen Liga- und Meisterschaftssoftware stark zu machen. Auch der Deutsche Schützenbund (DSB) möchte laut Mitteilung an dieser Kooperation mitwirken.

Themen waren des Weiteren die Zahlen der Meisterschaftsbeteiligungen und die monierte, angebliche Nicht-Gleichstellung von Auflage-Schützen beim Gauschießen. Sportleiter Martin Christ sprach insbesondere die Gaumeisterschaften an, bei denen es zu Verwirrungen bezüglich der Startzeiten kam. Auch sollen Großkaliberschützen bei selbst verschuldeten Schäden zukünftig mit zur Kasse gebeten werden. Das Vorschießen bei Gaumeisterschaften soll im Sinne der Nachwuchsförderung für Jugend und Schüler bei besonderen Gründen möglich sein. Keine Ausnahmen wird es bei fehlenden oder zu späten Ummeldungen bei den "Großen" geben.

RWK-Vorschießen wird gelebte Praxis bleiben

Der Antrag vom SV Virnsberg, das Vorschießen bei den Wettkämpfen in allen Gaugruppen mit einem Straffaktor zu sanktionieren, entzündete eine rege Diskussion. Die Idee war, Ergebnisse, welche durch Vorschießen zustande gekommen waren, mit 0.96 zu multiplizieren. Somit kann von der inoffiziellen Ausnahme weiterhin Gebrauch gemacht werden, gleichzeitig werden diejenigen nicht im Wettbewerb benachteiligt, die sich den offiziellen Gegebenheiten und Regeln der Wettkämpfe unterwerfen.

Originalantrag des SV Virnsberg zum Straffaktor beim Vorschießen236 kB
Foliensatz Sportleitersitzung2,2 MB
Protokoll127 kB

Ohne Zweifel, wir haben mittlerweile ein großes Problem mit dem häufigen Vorschießen.

Martin Christ (1. Gausportleiter)Martin Christ (1. Gausportleiter)

1. Vorstand Christoph Strauß trug den Antrag im Beisein vom Virnsberger Sportleiter Peter Reeg vor. Es sei subjektiv einfach eine Häufung dieser Ausnahme festzustellen, sagte Strauß. Dabei sehe die Sportordnung eigentlich keinerlei Zugeständnis diesbezüglich vor. Das Thema umfasst nicht nur sportliche Aspekte, sondern auch das Gesellschaftliche und die Vorbildfunktion für die Jugend seien davon unmittelbar betroffen. Ebenso darf die Seriösität mancher Begründungen für das Vorschießen teils stark hinterfragt werden. Es gehe darum, das Bewusstsein zu schärfen und gleichzeitig die Mannschaften schwach aufgestellter Vereine nicht durch eine Regel zum Auflösen zu bringen. Dann wäre auch keinem geholfen. "Uns ist bewusst, dass dieser Antrag Fürsprecher aber auch Gegner haben wird", sagte Strauß. "Es ist aber notwendig, hier einmal eine Regelung einzuführen. Mit der Ist-Situation bin ich unzufrieden und da kehre ich auch gerne vor der eigenen Tür." Der Virnsberger hob gleichermaßen hervor, dass das Gesellschaftliche bei den unteren Ligen eigentlich im Fokus stehe, mit ein paar wenigen Anwesenden kommt jedoch auch dieser Aspekt nicht zum Tragen.

Es geht nicht nur um das Sportliche. Auch das Gesellschaftliche leidet unter dem Vorschießen. Vorschießen und dann auch noch keinen Nachteil erfahren wollen, das geht in unseren Augen nicht.

Christoph Strauß, 1. Vorstand SV VirnsbergChristoph Strauß, 1. Vorstand SV Virnsberg

Die anschließende Diskussion zog sich über gute 20 Minuten, in denen das Für und Wider von fast allen anwesenden Vereinen dargelegt wurde. Die Mehrheitsmeinung sprach sich überdeutlich gegen eine Sanktionierung aus, da das Vorschießen laut Tenor unumgänglich sei. Einigkeit fand die Runde wie auch im letzten Jahr, dass Vorschießen ohne Absprache nicht mehr geduldet werden kann. Zustimmung gab es für den Virnsberger Antrag von einigen Schützenmeister-Kollegen, welche aber bei der folgenden Abstimmung ohne Stimmrecht ausgestattet waren. Lediglich Peter Reeg stimmte für den eigenen Antrag. Dieser wurde somit mit einer klaren Mehrheit abgelehnt. Die Gausportleitung, welche sich ebenso für das Virnsberger Anliegen aussprach, werde sich jedoch weiter Gedanken machen, wie mit dem Thema umzugehen sei.

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